Neue FEI-Blutregel ab 2026 - die Sicht einer Tiertherapeutin.
- alinaarold
- 10. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Dez. 2025
Wenn Leistung über Wohlbefinden gestellt wird.

Die Entscheidung der FEI, die bisherige No-Blood-Rule zu lockern und Pferde mit sichtbaren Blutspuren künftig weiter starten zu lassen – wenn der Turnierarzt sie als „fit to compete“ einstuft – hat viele von uns aufhorchen lassen. 56 Nationen haben in Hongkong dafür gestimmt, 20 dagegen. Ab 1. Januar 2026 soll das gelten.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) nennt das einen Fehler und kündigt an, national an einer Null-Toleranz-Linie festzuhalten: Blut am Pferd = Schluss.
Genau diese Haltung trifft auch meine Sicht als Ganzheitliche Tiertherapeutin. Und ich möchte erklären, warum.
Blut ist immer Information
Ob es „nur“ ein aufgebissener Rand am Maul ist, ein Scheuerpunkt an der Flanke oder eine kleine Spur vom Sporn: Blut zeigt, dass Gewebe verletzt wurde. Und verletztes Gewebe braucht erst einmal Ruhe und Entlastung – nicht mehr Druck, mehr Adrenalin und einen weiteren Parcours. Dass die FEI das jetzt kontextabhängig machen will, schafft genau das, was die FN nicht will: Grauzonen.
Aus osteopathischer und physiotherapeutischer Sicht ist eine frische Läsion nicht nur eine „oberflächliche Sache“. Jede Verletzung verändert kurzfristig die Spannungsverhältnisse in Faszien, Muskulatur und Nervensystem. Wird das Pferd direkt weiter belastet, kann sich das Muster festsetzen – später sehen wir dann „unerklärliche“ Verspannungen, Taktunreinheiten oder Abwehrverhalten beim Putzen. Genau das behandle ich später in der Praxis.
Kleine Verletzungen früh zu erkennen, ist der Schlüssel zu langfristiger Gesundheit.
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Pferd zuerst – nicht das Reglement
Die FEI argumentiert: Man wolle einheitlicher werden und Fälle abfangen, in denen die Ursache harmlos ist. Klingt vernünftig, ist aber ein Perspektivwechsel: Man schaut zuerst, ob das Pferd weitermachen kann – nicht, ob es sollte. Für mich ist das die falsche Reihenfolge. Ein Lebewesen, das keine Stimme hat, muss im Zweifel geschützt werden. Das sagen übrigens nicht nur wir Therapeuten, sondern auch zehntausende Menschen, die die Petition gegen die Lockerung unterschrieben haben.
Ganzheitlich heißt: Symptome ernst nehmen
In der Ganzheitlichen Tiertherapie suchen wir immer die Ursache hinter dem Symptom. Blut ist eines der deutlichsten Signale überhaupt. Wenn wir anfangen, dieses Signal im Sport zu relativieren, senden wir ein gefährliches Bild nach außen: „Ein bisschen Blut geht schon.“ Genau davor warnt auch FN-Präsident Richenhagen – und da bin ich ganz bei ihm. Pferdesport steht unter Beobachtung, und das zu Recht.
Warum das auch Freizeitreiter betrifft
Viele denken jetzt: „Ich starte gar nicht international, was geht mich das an?“ Sehr viel. Regeln im Spitzensport wirken vorbildbildend. Wenn oben gesagt wird „abwischen und weiter“, kommt das unten irgendwann genauso an – im Reitverein, beim Lehrgang, im Stall. Und dort stehen die allermeisten Pferde, die nicht mit Hochleistungsvorbereitung, Physio-Begleitung und tierärztlichem Team ausgestattet sind.
Gerade im Freizeitbereich sehe ich aber immer wieder: Kleine Wunden werden ignoriert, Ausrüstungsdruck wird nicht bemerkt, Pferde zeigen Stresssignale – und irgendwann steht dann der Osteopath im Stall, weil das Pferd „plötzlich“ nicht mehr angeritten werden kann oder Abwehr gegen den Schenkel zeigt.
Du willst dein Pferd optimal unterstützen, bevor Probleme sichtbar werden?
Ich begleite dich mit Laser-, Akupunktur- oder Blutegeltherapie, um Spannungen gezielt zu lösen.
Energetische und nervale Ebene nicht vergessen
Du hast in meinen anderen Texten vielleicht gelesen: Der Körper reagiert auf Reize – auch auf Stress, Schmerz und Überforderung. Ein Pferd, das verletzt ist und trotzdem weitermachen muss, geht eher in einen Schutzmodus. Das verändert Atmung, Muskeltonus und damit später auch die Bewegungsqualität. Genau hier setzt Physiotherapie an: wieder ins Gleichgewicht bringen, statt den Körper über Symptome hinwegzutragen.
Was ich mir wünschen würde
Eine klare, sichtbare Linie: Blut = Arbeit beenden.
Reiter, die sich nicht auf „fit to compete“ verlassen, sondern sagen: „Das ist mein Partner, wir hören auf.“
Ausbilder, die pferdefreundliche Ausrüstung fordern (Stichwort Sporenformen, Gebisse), statt Verletzungen nachher zu verwalten. Ein Teil der jetzt verletzenden Sporen hätte man längst verbieten können – dann bräuchte es diese Diskussion gar nicht.
Und für Deutschland: dass der angekündigte Sonderweg wirklich konsequent umgesetzt wird.
Und wo komme ich ins Spiel?
Ich arbeite mobil im Raum Mittelfranken.
Für Hunde und Katzen biete ich ein umfassendes Behandlungsspektrum an: Physiotherapie, Osteopathie, Akupunktur, Blutegeltherapie, Lasertherapie und Schallwellentherapie. So kann ich sowohl körperliche als auch energetische Blockaden gezielt lösen und die Selbstheilung optimal unterstützen.
Ergänzend begleite ich Pferde mit Akupunktur, Blutegel-, Laser- und Schallwellentherapie – insbesondere zur Regeneration, Entspannung und Schmerzreduktion.
Denn ganz gleich, ob Hund, Katze oder Pferd: Jedes Tier verdient eine achtsame, ganzheitliche Betreuung, bei der Wohlbefinden und Heilung im Mittelpunkt stehen.
Jedes Tier verdient individuelle Betreuung – abgestimmt auf Körper, Geist und Energie.
Ich freue mich, dich und dein Tier persönlich kennenzulernen und zu begleiten.
In Teil 2 werde ich darauf eingehen, welche Argumente die FEI darlegt und warum die Entscheidung vielleicht doch einen positiven Aspekt haben könnte.



🌿 Ein unglaublich wichtiger und berührender Beitrag, liebe Alina. 🙏
Deine Worte treffen genau den Punkt – es geht nicht nur um Regeln, sondern um Verantwortung, Achtsamkeit und echte Partnerschaft zwischen Mensch und Tier. 💚
Danke, dass du das Thema so klar, verständlich und gleichzeitig empathisch beleuchtest.
Ich wünsche mir, dass viele Reiterinnen und Reiter diesen Artikel lesen – und beginnen, wieder hinzuspüren, statt nur zu funktionieren. 🐴✨